Key visual Theaterfestival auawirleben Bern

I work with the potential that I might be a DOG

Yaniv Cohen (Oslo)

Ort Dampfzentrale Turbinensaal

Sprache Englisch und Deutschschweizer Gebärdensprache

Dauer 1h

Montag 12.5. 20:00 | Dienstag 13.5. 19:00

Heute lauert überall Ablenkung. Ob auf der Arbeit, in der Freizeit, unterwegs oder zuhause, irgendetwas buhlt immer um unsere Aufmerksamkeit. Gleichzeitig wird von uns erwartet, dass wir uns unter Kontrolle haben und uns im Sinne der Produktivität fokussieren können. 
«Sich wie ein Tier im Käfig zu fühlen», so beschreibt Yaniv Cohen den sozialen Druck, seine Hyperaktivität und hundeartige Begeisterungsfähigkeit zu zähmen. Den Vergleich mit einem domestizierten Hund nimmt Yaniv Cohen für sich an und nutzt ihn als befreiende Art, mit seinen eigenen überdrehten Tendenzen und Potenzialen innerhalb der bestehenden Machtstrukturen umzugehen. Basierend auf seinen persönlichen Erfahrungen mit ADHS verbindet Cohen sein Hyper-Verhalten, seine Sucht nach Training und seine Liebe zum Tanz in einer intimen wie spektakulären Performance. 

Yaniv Cohen ist Tänzer, Choreograf und Professor für zeitgenössischen Tanz an der Kunstakademie in Oslo. Er hat einen MA in Choreografie von der Kunstakademie in Oslo. Cohen arbeitet seit 24 Jahren als Tänzer und seit 2019 auch als Choreograf. Er tanzte sowohl in der Freien Szene als auch mit Tanzkompanien wie der Carte Blanche Dance Company, der Iceland Dance Company und war Gasttänzer beim Norwegischen Ballett. Sein Leben mit ADHS versteht er sowohl als eine persönliche als auch eine künstlerische Erkundung. Cohen erlebte aus erster Hand die Komplexität des «Maskierens» — das Bemühen, die Symptome zu verbergen, um den gesellschaftlichen Normen zu entsprechen. Diese persönliche Erfahrung hat seine künstlerische Richtung beeinflusst, in der er sich mit ADHS und Hypersensitivität nicht nur als Herausforderung, sondern auch als starke Triebfeder für Kreativität auseinandersetzt.

Im Anschluss an die Vorstellung am 12.5. findet um 21:15 ein Gespräch mit den Künstler*innen statt.

Einfach gesagt

Yaniv hat ADHS. Das hiesst, sein Hirn arbeitet manchmal anders als bei anderen Menschen. Er fühlt sich manchmal wie ein Hund im Käfig, wenn er sich so verhalten muss, wie sich die meisten verhalten. Er versucht dieses Gefühl nicht als schlecht zu sehen. Es ist einfach Teil von seinem Leben. 

Übersetzung in Gebärdensprache

Die Vorstellung vom 13. Mai wird in Deutschschweizer Gebärdensprache (DSGS) übersetzt. Plätze mit guter Sichtbarkeit zu den Dolmetscherinnen sind markiert.

Dolmetscherin: Tanja Joseph

Deaf Interpreter: Lorena Müller

Für Menschen mit Mobilitätsbehinderungen

Die Dampfzentrale ist rollstuhlgängig. Es gibt Treppenlifte für ins Foyer, in den Turbinensaal und zu den WCs. Der*die Access Friend hilft Ihnen gerne beim Bedienen der Lifte oder Sie benützen den Eurokey. Das Theater verfügt über ein barrierefreies WC.

Relaxed Performance

Dies ist eine Relaxed Performance.

Bewegungen und Geräusche im Publikum sind ausdrücklich erlaubt. Sie können jederzeit eine Pause machen, den Saal verlassen und wieder zurückkommen. 

Es stehen alternative Sitzgelegenheiten (Sitzkeile, Kissen, etc.) zur Verfügung.  In der vordersten Reihe liegen Sitzsäcke bereit, auf die man sich setzen kann. Sie können sitzen, sich hinlegen oder während der Vorstellung den Platz wechseln. Babys und Kinder sind willkommen. 

Bitte beachten Sie, dass Relaxed Performances sich auf die Anpassung der Umgebung konzentrieren, nicht auf den Inhalt der Aufführung. Bitte prüfen Sie die Content Notes und Hinweise zu sensorischen Reizen für Details.

Content Notes

In die Produktion werden Themen wie Selbstbild, Scham, Erschöpfung und kulturelle Konstruktionen im Zusammenhang mit psychiatrischen Störungen behandelt, wobei Parallelen zwischen menschlichem Verhalten und domestizierten Tieren gezogen werden.

Die Produktion enthält Darstellungen von Drogenkonsum und eine kurzeReferenzauf Inzest.

Sensorische Reize

  • Laute Geräusche und Klänge

  • Blinkende Lichter und Stroboskop

  • Momente kompletter Dunkelheit

  • Bühneneffekte (Bühnenrauch, Dunst)

  • Energiegeladene Vorstellung

Special Check-In

Bei uns haben Sie die Möglichkeit eines Special Check-In. Falls Sie aus irgendeinem Grund das volle Foyer meiden möchten, einen spezifischen Sitzplatz benötigen, wegen einer Einschränkung in der Mobilität Unterstützung brauchen oder gerne an der Busstation abgeholt werden möchten, melden Sie sich bitte vorher bei uns. Jemand vom Team wird Sie nach Ihren Bedürfnissen begleiten. Anmeldung: checkin@auawirleben.ch

Access Friend

In der Dampfzentrale begrüssen Access Friends das Publikum und stehen vor, während und nach den Vorstellungen zur Verfügung. Diese Personen sind gekennzeichnet und tragen violette Westen. Fragen zu Barrierefreiheit können den Access Friends direkt gestellt werden.

Choreografie, Performance
Yaniv Cohen
Dramaturgie
Asher Lev
Text
Asher Lev, Yaniv Cohen (teilweise basierend auf einem Vortrag von Dr. Thomas E. Brown)
Komposition
Arvid Ingvarsson
Bühnenbild
Carl Nilssen-Love
Lichtdesign
Martin Myrvold
Kostümbild
Eyrun Müller
Produzentin
Madeleine Fairminer
PR-Foto, Film
Antero Hein

Ko-Produzenten Dansens Hus, DansiT, Kloden Teater und Rosendal Teater
Unterstützt von Kulturrådet, Fond for utøvende kunstnere und Fritt ord

Yaniv Cohen